DnH 4: Deine Initiative zählt

Uncategorized Jan 30, 2018

 

Herzlich Willkommen, ihr neuen Helden.

Ihr seid diejenigen, - die für sich und andere Verantwortung übernehmen, auch dann, wenn das Leben gerade kein Ponyhof ist, die nicht aufgeben, wenn es schwer wird, wenn es keinen Applaus und keinen Dank gibt, weil ihr wisst, warum es wichtig ist, dass auch ihr in heftigen Situationen Euren Mann oder Eure Frau steht.

Ihr seid wirkliche Leader – egal ob mit Titel als Führungskraft oder ohne.

Irre, wer alles unter den neuen Helden dabei ist. Zunächst haben wir in den letzten vier Wochen hunderte von neuen Helden in Europa gewonnen. Das ist wunderbar. Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Großbritannien, Benelux sind dabei, aber wir erreichen noch viele mehr. Es gibt regelmäßige Hörer in Thailand, Island, Australien, Californien, Chile und viele andere Länder mehr. Das lässt mich irgendwie sehr ehrfürchtig werden. Wunderbar. Schön, ja, lasst uns vernetzen unter den neuen Helden – und lasst uns immer wieder bewusst werden, wenn wir meinen, alleine für etwas zu kämpfen, dass es noch viele Helden mehr gibt, die ganz im Stillen ihren Mann oder ihre Frau stehen. Und dass wir uns insgeheim alle gegenseitig die Daumen drücken und Power wünschen!

Auch Eure direkte Resonanz hat mich sehr gefreut. Dass es Euch z.B. pusht, wenn ihr euch mal wieder in undankbaren Situationen befindet, Euch an die neuen Helden zu erinnern. Und zu wissen: Da gibt’s Wertschätzung für das, was Du tust!

Das Thema „positive Ausstrahlung“ aus dem letzten Podcast hat sehr viele bewegt. Einige haben mir geschrieben, wie schwer es ihnen manchmal fällt, das Motzen der Kollegen auszuhalten. Und dass es Kraft kosten kann, immer wieder der erste oder einzige zu sein, der über etwas Schönes berichtet oder der Hoffnung macht!

Ihr neuen Helden – bitte bleibt dran, macht weiter, und leitet gerne diesen Podcast an alle weiter, die ihn gebrauchen können!

Heute möchte ich über Initiative sprechen.

Denn die neuen Helden – das sind die, die nicht nur reden, was man anpacken sollte, sondern die wirklich die Initiative ergreifen. Die neuen Helden „fangen an“.

Was meine ich damit?

Nun, folgendes Szenario erlebe ich immer wieder:

Eine Führungskraft im Seminar berichtet von den „guten alten Zeiten“: Früher haben wir uns mehr ausgetauscht. Da gab es noch einen richtigen Zusammenhalt im Team. Jeder half jeder jedem. Heute hat keiner mehr Interesse. Da weiß auch keiner mehr genau, was der andere macht. Mein Chef ist da auch nicht hinterher. Dem ist das glaube ich nicht wichtig.“

Aus dem Privatleben wird berichtet: „Früher haben wir im Garten Federball gespielt, bis es dunkel wurde. Heute hängt jeder an seinem Handy.“

Und Du kennst das sicherlich auch: Im Meeting schweift jemand ab. Alle anderen Teilnehmer rollen mit den Augen, leiden still vor sich hin, keiner sagt was, keiner tut was. Stilles Hinnehmen und Erleiden des Status Quo – und danach gemeinsam darüber lästern, wie nervtötend die Situation war.

Genau – und das hier ist ja der Podcast, in dem es darum geht, nicht zu jammern, sondern anzupacken.

Mit meinen Führungskräften arbeite ich im Coaching oft genau daran: Wirkungsvolle Initiativen zu initiieren und voranzutreiben.

Manchmal gestalten und pushen wir große Veränderungen in deren Unternehmen. Ein andermal arbeiten wir an kleinen Veränderungen, die z. B. Teams wieder besser zusammenarbeiten lassen.

Auf die großen Themen möchte ich hier gar nicht eingehen, denn mir geht es hier ja darum, dass ihr als die neuen Helden – ob mit Führungsposition oder ohne – auch ohne große Abstimmung mit anderen Hierarchieebenen sinnvolle Veränderungen voran treiben könnt.

Aber dafür braucht es ja nicht unbedingt Führungskräfte. Jeder kann gute Initiativen starten und andere dafür gewinnen.
Glaubt mir, egal mit welcher Ebene ich spreche: Alle sagen sie so etwas wie „Da müsste unser Chef mal entscheiden oder einen Vorschlag machen, der müsste mal initiieren.“

Nein, Fehlanzeige. Ich bin der festen Überzeugung, jeder kann mit guten Initiativen starten, andere dafür begeistern und so so manche Revolution von unten antreiben. Alles schon gesehen.

Daher habe ich im Folgenden mal 5 Bereiche mit Beispielen für Euch, die fast in jedem Umfeld vorkommen und Deine Initiative gebrauchen können:

  • Initiative für die Zusammenarbeit im Team

In den meisten Organisationen ist Arbeit im Team gefragt. Vieles geht dann umso leichter, wenn man sich kennt, mag und auch miteinander lachen kann. Und wenn man weiß, wer was macht.

Die neuen Helden

  • Laden zur ersten Abendveranstaltung im Team ein, damit man sich mal wieder trifft
  • Oder sie Organisieren das erste Geburtstagsgeschenk im Kollegenkreis
  • Fragen andere Abteilungen, ob man nicht gemeinsam zum Essen gehen soll
  • Bitten beim Meeting darum, dass jeder kurz skizziert, an was er gerade arbeitet oder fragen die Kollegen, schlagen dem Chef vor, ob man nicht agile Techniken einführen sollte.
    Wenn ein Teammitglied im Meeting abschweift, rollen sie nicht mit den Augen, sondern bitten, beim Thema zu bleiben oder initiieren sogar eine maximale Meetingzeit und übernehmen die effiziente Moderation.

Überlege Du gerne: Was bräuchte es bei Euch im Team? Wer mit wem sollte besser im Austausch sein? Und welcher kleine Kniff könnte helfen, das in Gang zu bringen. Und dann los. 

  • Initiativen für produktiveres Arbeiten

Mittlerweile dürfte jeder wissen, dass unsere Handys nicht nur eine Arbeitserleichterung darstellen, sondern uns allzu oft davon abhalten, konzentriert Dinge zu Ende zu bringen, kreativ zu sein, oder überhaupt an die größeren, wichtigen Brocken unserer Arbeit zu gehen.

Die neuen Helden

  • Stellen einige Stunden das Handy aus
  • Machen morgens nicht zuerst die Emails auf, sondern kümmern sich um eine äußerst wichtige Aufgabe
  • Treffen Absprachen im Team über Erreichbarkeiten und Nicht-Erreichbarkeiten, und ermöglichen auch anderen den gedanklichen Freiraum und Konzentrationszeit
  • Initiativen für mehr Wertschätzung

Typischerweise wird über andere Abteilungen gerne gelästert. Der Vertrieb schimpft auf den Innendienst, der Innendienst auf den Außendienst. Die Mitarbeiter schimpfen auf die Unfähigkeit der Chefs und Chefs auf faulenzende Mitarbeiter. Wenn ich in Führungsprogrammen oder Highpotential-Programmen bin, sind diese extra immer sehr gemischt aus dem gesamten Unternehmen zusammengesetzt. Die lernen sich dann schnell kennen – und haben ruckzuck einen riesigen Respekt voreinander und vor der Aufgabe, die diejenigen bewältigen.

Jetzt kann man ja leider nicht jeden einzelnen Arbeitsplatz kennenlernen. Wäre es nicht möglich, einfach mal eine Anstrengungs- und Excellenzvermutung anderen Abteilungen gegenüber zu haben? Und dann einander Wertschätzung zu zeigen? Danke zu sagen? Damit würdest Du eine unglaublich wichtige Initiative für die Zusammenarbeit in eurem gesamten Unternehmen treiben.
Auf andere, die Du noch nicht kennst, einfach zugehen ohne jeglichen Argwohn. Daraus könnte sich eine neue Kettenreaktion von Wertschätzung ergeben.

  • Initiativen für neue Gemeinschaft

Ihr seid seit ein paar Wochen im Neubaugebiet eingezogen. Keine Kinder, untertags arbeitet jeder. Keiner kennt sich untereinander? Hier ist die Chance, die Nachbarn zum Grillen einzuladen. Oder zur gemeinsamen Glühweinwanderung.
Wenn alle abends mit ihren Handys im Wohnzimmer sitzen: Warum nicht das Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spiel aus dem Schrank holen oder im Sommer plötzlich mit dem Federballset im Raum stehen mit dem Angebot: „Komm.. nur mal kurz“.

  • Initiative für die eigene Energie:

Ja, nach den Feiertagen wünschen sich einige abzuspecken oder zumindest fitter zu werden. Trotzdem pilgert Du mit Deinem Team alltäglich zur Currywurstbude gegenüber.

Nun, ich habe in einem meiner letzten Seminare vor Weihnachten eine Führungskraft kennengelernt, der ehrlich gesagt ziemlich locker in seinem faltigen Anzug hing. Als es um die Herausforderungen der letzten Monate ging, berichtete er von sich persönlich: Dass er mit seinen Mitte 30 hohen Blutdruck hatte. Sein Arzt habe ihm dringendes Abspecken empfohlen und 25 kg habe er nun geschafft. Und 10 weitere kg sollten noch folgen.

Am Anfang habe sein Team gelacht, als er mittags seinen Salat rausholte oder abends das alkoholfreie Bier trank. Nun hat sein Team mit ihm insgesamt 50 kg abgespeckt, weil sie sich einfach von seiner neuen Energie und dem Durchhaltevermögen haben anstecken lassen.

Ich kenne außerdem ein Krankenhaus, in dem immer wieder „Fastenrunden“ anstehen. Die Pfleger und so manche Ärzte haben eine gemeinsame Zeit, in denen sie essensmäßig kürzertreten. Wer genau das dort anstößt, weiß ich nicht, aber es ist auf jeden Fall keine Ansage des dortigen Chefs.

Die neuen Helden fangen die Dinge an und bleiben dran, bei denen sie sicher sind, dass sie die eigene Zukunft oder des Teams verbessern.

Kommen wir mal zum vermeintlichen Risiko von Initiativen

Was daran ist so schwer, Initiative zu ergreifen? Wir wissen es alle: Wenn andere nicht mitmachen wollen – oder wenn man selbst Angst hat, das nicht durchhalten zu können, weil es für einen selbst auch neu ist. Wenn man Angst hat, selbst wieder in alte Routinen zu verfallen. Aber ist das ein Grund, das bessere nicht anzupacken?

Was ich öfter erlebe, ist, dass Führungskräfte die Sorge haben, dass andere ihr Angebot nicht annehmen. Dass zum Beispiel viele Absagen für die Abendveranstaltung kommen. Oder dass Du, wenn Du nach einem Streit auf einen Kollegen zugehst und ihm die Hand reichen möchtest, er sie erst einmal nicht annimmt. Du Zurückweisung erfährst.

Wichtig: Lass Dich nicht entmutigen. Sage ihm, dass Du das schade findest, aber Dein Angebot weiter steht. Dass er sich das gerne durch den Kopf gehen lassen kann. Die meisten kommen dann auf Dich zu. Und die, die nicht kommen: Da hast Du es wenigstens probiert.

Tipp:

  • Wenn Du kannst, Starte zu zweit (besprich Dich mit einem Kollegen oder Mitarbeiter, hol‘ Dir Commitment für die Startphase ein – dann seid ihr schon zwei)
  • Sei Dir bewusst: Viele Leader sind erst mal alleine. Müssen andere erst mal überzeugen. Dass Überzeugung Zeit braucht, ist ganz normal. Und mache Dir auch bewusst: Wenn es für andere eine Veränderung ist, sind die vielleicht ehrfürchtig im Sinne „das hätte ich mich ja nie getraut“ oder „Das könnte ich nicht“, lassen 1, 2 blöde Bemerkungen oder grinsen, um ihre Unsicherheit zu überspielen, (es wäre ja peinlich, Bewunderung zu zeigen). Und sehr oft, sind andere dann doch überzeugt, haben halt etwas Zeit gebraucht, und fangen still und heimlich an, mitzumachen. Fast keiner sagt „Ach so, klar, da war ich auf dem falschen Dampfer. Du hast ja echt recht.“ Ich kann mich noch an einen Coachee erinnern, der mir völlig entgeistert berichtet hat, dass ein Mitarbeiter am Vorabend noch wutentbrannt aus seinem Büro gelaufen ist, weil er mit seiner neuen Aufgabe trotz aller Überzeugungsarbeit überhaupt nicht einverstanden war. Die Führungskraft hat sich dann die ganze Nacht Gedanken gemacht, wie sie den Mitarbeiter für die Aufgabe gewinnen könnte oder ob sie vielleicht doch nochmal anders strukturieren sollte. Und am nächsten Morgen sieht er den Mitarbeiter, wie der vertieft und lächelnd über der neuen Aufgabe sitzt.
    Ein „Ach, sie haben mich überzeugt“ bekam er nie zu hören.
  • Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, nämlich wenn Menschen sich auf Dauer mit Händen und Füßen wehren. Manche Menschen können oder wollen nicht folgen. Sie sind lieber Opfer, denn das ist bequemer. Sich anstrengen, Veränderungen initiieren ist erst mal anstrengend. Neue Routinen muss man erst mal bilden. Nicht alle sind dazu bereit. Oder sie haben gerade nicht die Kapazität, um mit Deiner Initiative mitzugehen. Vielleicht raubt das persönliche Hausbauprojekt oder ein schwieriger Kunde gerade alle Energie. Oder wollen sich an dieser Stelle nicht entwickeln, aus Angst, dann vielleicht auch alleine dazustehen.

Bevor Du eine Initiative startest, mache Dir bewusst, wozu. Du wirst im Vorhinein nicht wissen, wer und wie viele Dir folgen und ob es ganz sicher ein Erfolg wird.
Wenn Du etwas Gutes initiierst und dran bleibst, machst Du das, um etwas Gutes zu bewirken, für Dich, für Dein Team, für Deine Familie, für Deine Organisation.
Du tust es nicht, um beliebter zu werden oder Applaus zu gewinnen. Habe Freude an den Resultaten, aber halte Dich bitte nicht damit auf, dass nicht alle mitgehen werden.

Ich hatte kürzlich wieder eine Seminargruppe zum Thema Einfluss und persönliche Wirkung. Da wurde den Teilnehmern eines sehr deutlich: Wenn Du als Leader für ein bestimmtes Thema kämpfst, wenn Du Dich wirklich einsetzt, wenn Du wirklich Dinge voranbringst, … dann wirst Du Dich bald mit den berühmten 2 Fs beschäftigen müssen: Die zwei Fs, das sind: Freunde und Feinde.

  • Es wird einige geben, die Dir sehr dankbar sind und sich inspirieren lassen und gut finden, was Du tust. Das sind die Fans oder auch Freunde
  • Und es wird andere geben, die nicht mögen, was Du tust. Das sind die Feinde, die Nörgeln, Dir Deinen Erfolg vielleicht auch neiden oder Dich meiden.

Man kann sich eigentlich ziemlich sicher sein: Wenn man viele Menschen um sich herum hat, die einem neutral gegenüber stehen, dann ist man vermutlich entweder noch nicht bekannt oder setzt kaum etwas um.

So, jetzt ist es an Dir: Welche Initiative möchtest Du starten, um Deine oder auch die Welt anderer etwas besser zu machen? Du hast einige Ideen hier im Podcast gehört, aber ganz sicher sind dir während des Hörens noch viel wichtigere Veränderungen in den Sinn gekommen, die unbedingt von Dir angepackt werden wollen. Das können viel größere sein, oder auch erste kleine Testballons.

Ich hoffe wie sehen uns auf www.dieneuenhelden.de. Vielleicht hast Du es schon gesehen? Dort entsteht gerade die Akademie der neuen Helden mit Onlinekursen und viel Material. Und seit kurzem haben wir auch eine eigene Facebookseite, die Du gerne auch weiterempfehlen kannst! Wenn Du magst, beschreibe Deine Initiative. So erfährst Du sicherlich mental viel viel Unterstützung von allen anderen Helden, die von Deiner Initiative lesen!!!

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen sinnvollen Initiativen und ganz viel Freude, wenn Du die ersten Ergebnisse sehen kannst! Und natürlich wünsche ich Dir tausende Unterstützer!

Liebe neue Helden - Lasst uns inspirierend voran gehen. Packen wir’s an!

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